BRAF-Mutation (Tumor-DNA)
BRAF V600E-Mutation in ~10% der Darmkrebserkrankungen. Wird in der Darmkrebs-Diagnostik mit angesehen.
Was das BRAF-Gen in der Zelle macht
BRAF enthält den Bauplan für eine Kinase, ein Enzym, das andere Eiweiße durch Anhängen von Phosphatgruppen einschaltet. Es ist ein Glied in einer Signalkette, die Wachstumsreize von der Zelloberfläche in den Zellkern weiterleitet: Bindet ein Wachstumsfaktor an seinen Rezeptor, wird zunächst das Schalter-Eiweiß RAS aktiv, das BRAF einschaltet; BRAF aktiviert MEK, MEK aktiviert ERK, und ERK schaltet im Zellkern Gene für Zellteilung und Zellerneuerung an. Im Normalfall läuft diese Kette nur so lange, wie der äußere Reiz anhält, und schaltet sich danach wieder ab. In der Darmschleimhaut, die sich ständig erneuert, steuert dieser Signalweg mit, wann sich Zellen teilen.
Was verändert die BRAF-Mutation V600E an der Zellfunktion?
Bei V600E steht an Position 600 des Enzyms Glutamat statt Valin. Die negativ geladene Aminosäure ahmt das Signal nach, das BRAF normalerweise erst beim Einschalten bekommt – das Enzym bleibt dadurch dauerhaft aktiv, auch ohne Anstoß durch RAS und ohne äußeren Wachstumsreiz. Die Signalkette über MEK und ERK läuft dann ständig weiter. Diese Veränderung entsteht im Lauf des Lebens in einzelnen Zellen und wird nicht vererbt. Im Dickdarm findet sie sich vor allem in sogenannten serratierten, also gezähnt aussehenden Schleimhautveränderungen, häufiger im rechten Dickdarm, und in Studien oft zusammen mit einer verstärkten Methylierung vieler Gene.
Was der Nachweis einer BRAF-Mutation im Stuhl zeigt
Mit dem Stuhl werden täglich Zellen aus der Darmschleimhaut ausgeschieden, und mit ihnen Bruchstücke ihrer DNA. Stammen Zellen aus einem Bereich, in dem BRAF V600E entstanden ist, lässt sich die veränderte Gensequenz in der Stuhlprobe aufspüren. Der Nachweis zeigt damit, dass im Darm Zellen mit dieser erworbenen Veränderung vorhanden sind. Er sagt nicht, wo sie liegen, wie groß der Bereich ist oder um welche Art von Veränderung es sich handelt – das lässt sich nur durch Betrachtung der Schleimhaut selbst klären. Weil viele Schleimhautveränderungen eine andere oder keine BRAF-Mutation tragen, schließt ein fehlender Nachweis solche Veränderungen nicht aus; deshalb wird BRAF zusammen mit weiteren Markern untersucht.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: braf, braf-mutation, tumor-dna
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Familiäre Krebsbelastung
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
