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Borreliose / Lyme

Borreliose (Lyme-Borreliose) wird durch Borrelien aus Zeckenstichen übertragen. Akut: Wanderröte, Grippe-Symptome. Später: Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis), Nervenentzündungen (Neuroborreliose) und chronische Hautveränderungen; eine Herzbeteiligung mit Überleitungsstörungen tritt meist in den ersten Wochen bis Monaten auf. Ob anhaltende Erschöpfung nach einer Borreliose auf fortbestehende Erreger zurückgeht, ist umstritten. Die Diagnostik ist mehrstufig: ELISA (Suchtest) → Immunoblot (Bestätigung) → ELISpot (misst die Reaktion von T-Zellen auf Borrelien; seine Aussagekraft ist in der Fachwelt umstritten). Alle Tests erfordern Blutentnahme in der Praxis.

Wie Borrelien leben und übertragen werden

Lyme-Borreliose wird durch schraubenförmige Bakterien aus der Gruppe Borrelia burgdorferi sensu lato verursacht; in Europa vor allem durch B. afzelii, B. garinii und B. burgdorferi im engeren Sinn. Ihr Reservoir sind Mäuse, andere Kleinsäuger und Vögel, übertragen werden sie in Mitteleuropa vom Gemeinen Holzbock. Die Borrelien leben im Darm der Zecke. Erst wenn die Zecke Blut saugt, tauschen sie ihr Oberflächeneiweiß OspA gegen OspC aus und wandern in die Speicheldrüsen – das dauert Stunden, deshalb steigt die Übertragungswahrscheinlichkeit mit der Saugdauer. Ein Eiweiß im Zeckenspeichel lagert sich an OspC an und schützt die Borrelien vor der ersten Abwehr der Haut.

Wie Borrelien auf Gewebe und Immunsystem wirken

Borrelien bilden keine Gifte. Die Beschwerden entstehen vor allem durch die Entzündungsreaktion des Körpers auf die Erreger. Zunächst breiten sie sich in der Haut aus – die Wanderröte ist die sichtbare Abwehrreaktion. Anschließend können sie über das Blut in Gelenke, Nerven, Herz und andere Hautbereiche gelangen. Mit Haftproteinen binden sie an Kollagen und andere Bindegewebsbestandteile, sie fangen Abwehrhemmer des Körpers ein, um dem Komplementsystem zu entgehen, und verändern laufend ein Oberflächeneiweiß, um Antikörpern auszuweichen. Die Arten unterscheiden sich: B. garinii befällt bevorzugt das Nervensystem, B. afzelii die Haut, B. burgdorferi im engeren Sinn häufiger die Gelenke.

Was zeigen Borreliose-Antikörper im Blut?

Antikörper der Klasse IgM bilden sich meist einige Wochen nach der Ansteckung, IgG später. In der frühen Phase mit Wanderröte können Antikörper deshalb noch fehlen. Umgekehrt bleiben IgG-Antikörper oft jahrelang nachweisbar, auch wenn die Infektion längst überstanden ist; ein positiver Befund unterscheidet daher nicht zwischen früherer und aktiver Infektion. Weil viele Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens Kontakt mit Borrelien hatten, ohne zu erkranken, steigt der Anteil mit Antikörpern mit dem Alter. Tests, die die Reaktion von T-Zellen auf Borrelien messen, etwa der ELISpot, sind in ihrer Aussagekraft in der Fachwelt umstritten.

Was passiert, wenn Beschwerden nach einer Borreliose bleiben?

Manche Menschen haben nach einer behandelten Borreliose über Monate Erschöpfung, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Konzentrationsprobleme. Was dahintersteckt, ist umstritten. Untersucht werden zurückgebliebene Bruchstücke der Borrelien, die das Immunsystem weiter anregen, eine fortbestehende Entzündung, autoimmune Vorgänge, bei denen Antikörper auch körpereigene Strukturen erkennen, und bleibende Gewebeschäden, etwa an Nerven. Ob lebende Borrelien nach einer Behandlung im Körper überdauern, ist beim Menschen nicht belegt und in der Forschung umstritten.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: borreliose, lyme, lyme-borreliose, zecken, borrelien, zeckenbiss

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Wanderröte (Erythema migrans)
  • Gelenkschmerzen
  • Erschöpfung (Fatigue)
  • Neurologische Beschwerden
  • Herzrhythmusstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Gesichtslähmung

Analysen, die diesen Wert enthalten

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