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Biotin (Vitamin B7)

Biotin, auch Vitamin B7 oder Vitamin H genannt, ist ein wasserlösliches B-Vitamin mit Schwefel im Molekül. Es steckt in Eigelb, Innereien, Nüssen, Hülsenfrüchten und Haferflocken, meist an Eiweiß gebunden; das Enzym Biotinidase setzt es im Darm frei und recycelt es im Körper. Auch Darmbakterien bilden Biotin, wie viel davon aufgenommen wird, ist jedoch nicht genau bekannt. Die Speicher sind klein. Gemessen wird Biotin im Blut, im Testkatalog zusammen mit Vitamin A, Vitamin B3 und Vitamin B5.

Was Biotin im Körper macht

Biotin ist fest an fünf Enzyme gebunden, die Carboxylasen. Sie hängen Kohlendioxid-Bausteine an andere Moleküle und verknüpfen so mehrere Stoffwechselwege: Die Acetyl-CoA-Carboxylase startet den Aufbau von Fettsäuren, die Pyruvat-Carboxylase liefert Material für die Zuckerneubildung in der Leber und füllt den Citratzyklus auf. Propionyl-CoA- und Methylcrotonyl-CoA-Carboxylase bauen bestimmte Aminosäuren und ungeradzahlige Fettsäuren ab. Fettsäuren werden unter anderem für die Hautbarriere und die Zellmembranen gebraucht. Darüber hinaus ist Biotin an Histonen im Zellkern gebunden und an der Regulation von Genen beteiligt. Haut, Haare und Nägel reagieren empfindlich, weil sich ihre Zellen schnell erneuern.

Biotin niedrig – was passiert im Körper?

Fehlt Biotin, arbeiten die Carboxylasen langsamer. Es werden weniger Fettsäuren aufgebaut, und Abbauprodukte wie 3-Hydroxyisovaleriansäure häufen sich an und erscheinen im Urin. Sichtbar wird das zuerst an Haut und Haaren: dünner werdendes Haar bis Haarausfall, ein schuppiger, roter Ausschlag um Augen, Nase und Mund sowie brüchige Nägel. Hinzu können Erschöpfung, gedrückte Stimmung und Kribbeln in Armen und Beinen kommen. Ein Mangel entsteht etwa bei angeborenem Biotinidase-Mangel, bei langem Verzehr großer Mengen rohen Eiweißes – das Eiweiß Avidin bindet Biotin im Darm –, bei hohem Alkoholkonsum, unter einigen Medikamenten gegen Krampfanfälle und bei gestörter Aufnahme im Darm. In der Schwangerschaft wurde in Studien ein erhöhter Verbrauch beobachtet.

Biotin hoch – was passiert im Körper?

Überschüssiges Biotin wird über die Nieren ausgeschieden; schädliche Wirkungen durch Biotin aus der Nahrung sind nicht bekannt. Hohe Blutwerte stammen fast immer aus Präparaten für Haut, Haare und Nägel, die oft ein Vielfaches der üblichen Zufuhr enthalten. Bedeutsam ist das vor allem für andere Laborwerte: Viele Messverfahren nutzen die feste Bindung zwischen Biotin und dem Eiweiß Streptavidin. Viel Biotin im Blut stört diese Tests und kann Werte fälschlich zu hoch oder zu niedrig erscheinen lassen – beschrieben ist das zum Beispiel für Schilddrüsenwerte wie TSH und fT4, für Troponin und für einige Hormone. Ein hoher Biotinwert erklärt daher manchmal unstimmige Ergebnisse in anderen Befunden.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: biotin, vitamin b7, vit. b7, vitamin h

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel
  • Schuppiger Ausschlag im Gesicht
  • Erschöpfung
  • Kribbeln in Armen und Beinen

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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