ß-Glucuronidase
ß-Glucuronidase ist ein bakterielles Enzym im Dickdarm, das konjugierte (inaktivierte) Substanzen – v.a. Östrogen, Xenoöstrogene, Medikamentenreste und Umweltstoffe – wieder freisetzen kann. Eine erhöhte Aktivität bei Dysbiose wird im Zusammenhang mit dem Östrogenhaushalt und der Entgiftung mit angesehen.
Was die ß-Glucuronidase im Körper macht
Die Leber macht viele Stoffe ausscheidbar, indem sie Glucuronsäure an sie koppelt (Glucuronidierung): Östrogene, Bilirubin, Schilddrüsenhormone, Medikamente und Umweltstoffe werden so wasserlöslich und gelangen über die Galle in den Darm. Dort spalten Bakterien mit dem Enzym ß-Glucuronidase die Glucuronsäure wieder ab – sie nutzen sie als Nährstoff. Der freigesetzte Stoff ist dann wieder fettlöslich, kann durch die Darmwand aufgenommen werden und kehrt über das Blut zur Leber zurück. Die Gesamtheit der Darmbakterien, die auf diese Weise Östrogene wieder freisetzen, wird als Estrobolom bezeichnet. Die Aktivität im Stuhl zeigt, wie stark die Darmflora diesen Rückweg betreibt.
ß-Glucuronidase niedrig – was bedeutet das?
Ein niedriger Wert ist in der Regel der Normalfall: Die gekoppelten Stoffe bleiben weitgehend gebunden und verlassen den Körper mit dem Stuhl. Eine sehr geringe Aktivität kann zeigen, dass die Darmflora insgesamt weniger vielfältig ist, etwa nach Antibiotika-Behandlungen; dann werden auch Östrogene seltener in den Kreislauf zurückgeführt.
ß-Glucuronidase erhöht – was passiert im Körper?
Ist die Aktivität erhöht, spalten die Darmbakterien mehr gekoppelte Stoffe auf, und ein größerer Teil kehrt aus dem Darm ins Blut zurück, statt ausgeschieden zu werden. Östrogene kreisen dadurch länger im Körper, und auch Bilirubin, Medikamentenreste und Umweltstoffe, die die Leber bereits zur Ausscheidung vorbereitet hatte, werden erneut aufgenommen und müssen ein weiteres Mal verarbeitet werden. Erhöhte Werte wurden in Studien bei einer veränderten Darmflora mit mehr Bakterien beobachtet, die dieses Enzym bilden, sowie bei einer ballaststoffarmen, fett- und fleischreichen Ernährung.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: beta-glucuronidase, glucuronidase, glucuronidierung, detox, enterohepatisch
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- PMS
- Östrogendominanz
- Brustspannen
- Gewichtszunahme Hüften
- Akne
- Hormondysbalance
- Erschöpfung
- Stimmungsschwankungen
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
