Arginin
Halbessenzielle Aminosäure – Substrat der NO-Synthase (Stickstoffmonoxid) für Gefäßerweiterung. Wichtig für Immunfunktion und Wundheilung.
Was Arginin im Körper macht
Arginin kommt aus der Nahrung und aus eigener Bildung: Die Dünndarmzellen bilden Citrullin, das die Nieren zu Arginin umwandeln. Arginin ist Baustein von Eiweißen und Ausgangsstoff mehrerer Wege. Die NO-Synthasen spalten es in Stickstoffmonoxid (NO) und Citrullin; NO entspannt die glatte Muskulatur der Gefäßwand, sodass sich die Gefäße weiten, es hemmt das Verklumpen der Blutplättchen, dient Nervenzellen als Botenstoff und Abwehrzellen als Waffe gegen Erreger. Die Arginase spaltet Arginin im Harnstoffzyklus der Leber in Harnstoff und Ornithin; aus Ornithin entstehen Prolin für das Kollagen und Polyamine für die Zellteilung – beides wird bei der Wundheilung gebraucht. Zusammen mit Glycin ist Arginin außerdem Ausgangsstoff für Kreatin, den Energiespeicher der Muskeln.
Arginin niedrig – was passiert im Körper?
Ist wenig Arginin verfügbar, bilden die Gefäßwände weniger NO: Die Gefäße weiten sich schlechter, und die Durchblutung kann besonders in kleinen Gefäßen abnehmen. Abwehrzellen, vor allem T-Zellen, vermehren sich bei Argininmangel schlechter, und für die Wundheilung stehen weniger Prolin und Polyamine bereit. Niedrige Werte kommen vor, wenn der Verbrauch steigt – nach Operationen, Verletzungen, Verbrennungen und bei schweren Infektionen, wenn Abwehrzellen vermehrt Arginase bilden und Arginin abbauen –, wenn Darm oder Nieren weniger Citrullin bereitstellen oder umwandeln und bei geringer Eiweißzufuhr.
Arginin hoch – was passiert im Körper?
Mehr Arginin im Blut bedeutet nicht automatisch mehr NO: Die NO-Synthasen sind meist schon ausreichend mit Arginin versorgt, und wie viel NO entsteht, hängt vor allem von ihrer Aktivität und von Hemmstoffen wie ADMA ab. Vorübergehend höhere Werte finden sich nach eiweißreichen Mahlzeiten. Deutlich erhöhte Werte entstehen, wenn die Arginase in der Leber fehlt – bei einer seltenen angeborenen Störung des Harnstoffzyklus, der Argininämie; dabei staut sich Arginin, Ammoniak kann ansteigen, und das Nervensystem wird belastet.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: arginine, arg, no-synthese
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Bluthochdruck
- Durchblutungsstörung
- Potenzprobleme
- Wundheilungsstörung
- Kalte Hände/Füße
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
