Arachidonsäure (AA)
Arachidonsäure (AA) ist eine langkettige Omega-6-Fettsäure und Hauptvorläufer entzündungsfördernder Eicosanoide (Prostaglandin E2, Leukotriene, Thromboxan A2). Das AA/EPA-Verhältnis wird im Fettsäureprofil bei Entzündungsfragen mit angesehen. Die Einordnung der Werte steht in deinem Befund. In der Omega-3/6 Fettsäure-Analyse direkt messbar.
Was Arachidonsäure im Körper macht
Arachidonsäure (AA) hat 20 Kohlenstoffatome und vier Doppelbindungen. Der Körper bildet sie aus Linolsäure oder nimmt sie direkt mit tierischen Lebensmitteln auf. Sie sitzt in den Phospholipiden der Zellmembranen, besonders reichlich in Immunzellen, Blutplättchen, Gefäßwand und Gehirn. Bei einem Reiz – etwa einer Verletzung oder einem Erregersignal – löst das Enzym Phospholipase A2 sie aus der Membran. Cyclooxygenasen bilden daraus Prostaglandine und Thromboxan, Lipoxygenasen Leukotriene. Diese Eicosanoide steuern Fieber und Schmerzempfinden, Gefäßweite, Blutgerinnung, den Schutz der Magenschleimhaut und die Durchblutung der Nieren. Aus Arachidonsäure entstehen aber auch Lipoxine, die eine Entzündung wieder beenden helfen, sowie Endocannabinoide wie Anandamid.
Arachidonsäure niedrig – was passiert im Körper?
Ist wenig Arachidonsäure in den Membranen, steht bei einem Reiz weniger Ausgangsstoff für Prostaglandine, Thromboxan und Leukotriene bereit; Entzündungs- und Gerinnungsreaktionen fallen dann schwächer aus. Weil dieselben Membranplätze auch von EPA besetzt werden können, sinkt der AA-Anteil, wenn viel EPA eingebaut ist. Niedrige Werte kommen außerdem bei sehr geringer Zufuhr tierischer Fette, bei Störungen der Fettaufnahme und bei eingeschränkter Umwandlung aus Linolsäure vor. Arachidonsäure wird auch für Aufgaben gebraucht, die nichts mit Entzündung zu tun haben: Sie ist ein wichtiger Baustein der Zellmembranen im Gehirn, und manche ihrer Prostaglandine schützen die Magenschleimhaut und halten die Nierendurchblutung aufrecht.
Arachidonsäure hoch – was passiert im Körper?
Enthalten die Membranen viel Arachidonsäure, wird bei jedem Reiz mehr davon freigesetzt und zu Botenstoffen umgebaut. Prostaglandin E2 erweitert Gefäße, macht Nervenenden schmerzempfindlicher und fördert Fieber; Thromboxan A2 lässt Blutplättchen verklumpen und Gefäße enger werden; Leukotrien B4 lockt weiße Blutkörperchen an, und andere Leukotriene verengen die Bronchien. Entzündungsreaktionen fallen dadurch kräftiger aus. Ein hoher Wert kommt bei reichlicher Zufuhr tierischer Fette und bei wenig Omega-3-Fettsäuren vor, die mit Arachidonsäure um Membranplätze und Enzyme konkurrieren. Ob tatsächlich eine Entzündung abläuft, zeigt der Wert allein nicht; er beschreibt das Rohstofflager in den Membranen.
Auch bekannt als: arachidonsäure, arachidonic acid, aa, omega-6, entzündungs-fettsäure, aa epa ratio
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Chronische Entzündung
- Gelenkschmerzen
- Herzerkrankung
- Autoimmunerkrankung
- Hauterkrankungen
- Asthma
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
