Alkalische Phosphatase (AP)
Die alkalische Phosphatase (AP, international auch ALP) ist eine Gruppe von Enzymen, die in unterschiedlichen Formen vorkommen: in der Leber an der Membran der Gallenwegszellen, im Knochen in den knochenbildenden Zellen (Osteoblasten), außerdem im Darm und während der Schwangerschaft im Mutterkuchen. Im Blut stammen die Anteile überwiegend aus Leber und Knochen. Gemessen wird die AP im Serum; die Blutabnahme erfolgt in einer Praxis.
Was die alkalische Phosphatase im Körper macht
Die AP spaltet Phosphatgruppen von verschiedenen Molekülen ab und arbeitet am besten in leicht basischer Umgebung – daher der Name. Für ihre Arbeit braucht sie Zink und Magnesium. Im Knochen spaltet sie Pyrophosphat, das die Einlagerung von Mineralstoffen hemmt, und stellt gleichzeitig Phosphat bereit: So kann sich Calciumphosphat in die Knochengrundsubstanz einlagern, und der Knochen wird hart. In der Leber sitzt sie an der Oberfläche der Gallenwegszellen und ist am Transport durch die Zellmembran beteiligt; im Darm trägt die dortige Form zur Entgiftung bakterieller Bestandteile und zur Fettaufnahme bei.
Alkalische Phosphatase zu niedrig – was passiert im Körper?
Ist die AP-Aktivität niedrig, wird weniger Pyrophosphat abgebaut, und die Mineralisierung von Knochen und Zähnen kann sich verlangsamen. Erniedrigte Werte kommen bei Zink- oder Magnesiummangel vor, weil das Enzym diese Mineralstoffe braucht, außerdem bei Schilddrüsenunterfunktion und Mangelernährung. Selten steckt eine angeborene Hypophosphatasie dahinter, eine Veränderung im ALPL-Gen: Dann bleibt die Aktivität dauerhaft niedrig, Milchzähne können früh ausfallen, und die Knochen sind weicher und brechen leichter.
Alkalische Phosphatase erhöht – was passiert im Körper?
Eine erhöhte AP stammt entweder aus der Leber oder aus dem Knochen. Staut sich die Galle – etwa durch Gallensteine, Entzündungen der Gallenwege oder Raumforderungen in der Leber –, bilden die Gallenwegszellen mehr Enzym und geben es ins Blut ab; dann steigt meist auch die γGT. Ist die Knochenbildung gesteigert, kommt die AP aus den Osteoblasten: bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum ganz natürlich, außerdem während der Heilung von Knochenbrüchen, bei Vitamin-D-Mangel mit gestörter Knochenmineralisierung (Osteomalazie) und bei Morbus Paget. In der späten Schwangerschaft steigt die AP aus dem Mutterkuchen an.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: ap, alp, alkalische phosphatase, ap gesamt, knochen-ap, ostase
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Knochenschmerzen
- Juckreiz
- Gelbfärbung von Haut oder Augen
- Heller Stuhl
- Druckgefühl im rechten Oberbauch
Analysen, die diesen Wert enthalten
Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.
Experten-Netzwerk ansehenReferenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
