3-Hydroxykynurenin
Intermediat des Kynurenin-Wegs zwischen Kynurenin und Quinolinsäure. Erhöht, wenn die KMO stärker arbeitet – etwa bei Entzündungen – oder wenn Vitamin B6 knapp ist; es bildet selbst reaktive Sauerstoffverbindungen, und seine Oxidationsprodukte werden mit Veränderungen von Nervenzellen und Linseneiweißen in Verbindung gebracht.
Was 3-Hydroxykynurenin im Körper macht
3-Hydroxykynurenin entsteht, wenn das Enzym Kynurenin-3-Monooxygenase (KMO) an der äußeren Mitochondrienmembran Kynurenin mit Sauerstoff und NADPH umbaut; die KMO braucht dafür FAD, die aktive Form von Vitamin B2. Gebildet wird es vor allem in Leber und Nieren, im Gehirn in den Mikrogliazellen und in eingewanderten Makrophagen. Danach spaltet die Kynureninase mit Vitamin B6 daraus 3-Hydroxyanthranilsäure, aus der über weitere Schritte Quinolinsäure und schließlich NAD⁺ wird. Ein kleinerer Teil wird – ebenfalls mit Vitamin B6 – zu Xanthurensäure umgebaut. 3-Hydroxykynurenin kann leicht oxidieren und gibt dabei Wasserstoffperoxid und andere reaktive Sauerstoffverbindungen ab; in der Augenlinse dienen Abkömmlinge davon als Filter gegen UV-Licht.
3-Hydroxykynurenin niedrig – was passiert im Körper?
Wenig 3-Hydroxykynurenin entsteht, wenn die KMO wenig Kynurenin umsetzt – etwa ohne Entzündungsreiz oder wenn Vitamin B2 knapp ist und der KMO das FAD fehlt. Kynurenin fließt dann stärker in die anderen Zweige: zur Kynurensäure, die Nervenzellen eher dämpft, und zur Anthranilsäure. Auf dem Weg über 3-Hydroxykynurenin entsteht dann auch weniger Ausgangsmaterial für die körpereigene NAD⁺-Bildung; der Körper greift stärker auf Niacin aus der Nahrung zurück. Für die Zellen bedeutet ein niedriger Wert zugleich weniger oxidative Belastung aus diesem Stoffwechselschritt.
3-Hydroxykynurenin hoch – was passiert im Körper?
Viel 3-Hydroxykynurenin entsteht, wenn Entzündungsbotenstoffe wie Interferon-γ, TNF-α und IL-6 zuerst den Tryptophanabbau über IDO und dann die KMO in Makrophagen und Mikroglia hochregulieren. Es staut sich zusätzlich, wenn Vitamin B6 knapp ist, weil die Kynureninase und die Umwandlung in Xanthurensäure dann langsamer laufen. Beim Oxidieren bildet 3-Hydroxykynurenin reaktive Sauerstoffverbindungen, die Fette in Zellmembranen, Eiweiße und Erbgut angreifen; Nervenzellen reagieren darauf besonders empfindlich, und Linseneiweiße können durch seine Oxidationsprodukte verändert werden. Erhöhte Werte wurden in Studien bei neurodegenerativen Erkrankungen und bei Depression mit erhöhten Entzündungsmarkern beobachtet.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: 3-oh-kynurenin, kmo-produkt
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Neuroinflammation
- Katarakt
- Depression
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
