...Cortisol nicht nur im Blut, sondern auch in Haaren messbar ist – und dort die Stressbelastung der letzten drei Monate abbildet? Eine 2024 veröffentlichte Studie im Rahmen des Regensburg Burnout Project (Psychoneuroendocrinology, PubMed ID: 38118266) zeigte, dass Burnout-Betroffene keine klassisch erhöhten Cortisolspitzen aufweisen, wohl aber eine deutlich eingeschränkte Fähigkeit zur Stressregulation. Der Körper kann nicht mehr herunterschalten – was im normalen Blutbild unsichtbar bleibt, im Haar-Cortisol-Profil aber sichtbar wird. Peter Attia, Longevity-Mediziner und Autor von „Outlive", bringt es auf den Punkt: „Chronischer Stress ist einer der am meisten unterschätzten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, kognitiven Abbau und vorzeitiges Altern – und einer der am wenigsten gemessenen."
Wer verstehen will, wie sein Stresssystem wirklich funktioniert, braucht mehr als einen Einzelwert. Entscheidend ist das Cortisol im Tagesverlauf, gemessen im Speichel an vier Zeitpunkten – morgens, vormittags, nachmittags und abends. Dieses Muster zeigt, ob der Körper morgens richtig hochfährt und abends wirklich runterfährt. Dazu gehört DHEA-S als das direkte Gegengewicht zu Cortisol: Ist DHEA niedrig und Cortisol hoch, ist das Verhältnis verschoben – ein früher Hinweis auf Erschöpfung und beschleunigtes Altern. Neurotransmitter im Urin – Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin – zeigen, wie stark das Nervensystem bereits unter der Cortisolbelastung gelitten hat. Melatonin gibt Auskunft darüber, ob der Schlaf noch echte Regeneration bringt oder nur Betäubung.
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Chronischer Stress – wenn Leistung zur Last wird
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